Tier des Monats

Informationen

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Mai 2016 Tari:
Trotz schwieriger Erkrankung wieder gesund nach Hause entlassen

Die 8-jährige Siamkatze „Tari“ litt seit vier Wochen unter starker Atemnot, Husten und reduziertem Allgemeinbefinden. Verschiedene Voruntersuchungen und Therapieversuche hatten keine Besserung der Symptome gebracht. Aufgrund der Schwere der Erkrankung stand auch die Erlösung der Katze schon im Raum. „Tari“ wurde mit Atemnot und Fieber in der Tierklinik vorgestellt. Es wurden zunächst Röntgenaufnahmen angefertigt und es zeigte sich, dass freie Flüssigkeit im Brustkorb vorhanden war. Dadurch wurde die Lunge eingeengt und „Tari“ konnte nur sehr schwer atmen. Im Rahmen einer Blutuntersuchung wurden eine Entzündungsreaktion und eine Blutarmut festgestellt. „Tari“ musste mehrfach operiert werden und über einen Zeitraum von drei Monaten verbrachte sie mehrere stationäre Aufenthalte in der Klinik. Trotz der schwierigen Erkrankung hielten die Besitzer und die Katze tapfer durch. Durch das Einlegen spezieller Plastikschläuche konnte die Flüssigkeit das dem Brustkorb entfernt und untersucht werden. Die langwierige Untersuchung der Flüssigkeit ergab, dass Bakterien vorhanden waren. Es konnte kein Hinweis auf einen Tumor gefunden werden. „Tari“ erhielt mehrere Antibiotika, um die Entzündung in den Griff zu bekommen. Durch intensive Therapiemaßnahmen und die Pflege durch das Klinikteam konnte eine zunehmende Verbesserung des Allgemeinbefindens erreicht werden. „Tari“ bekam wieder Appetit, war sehr aktiv und zeigte eine ruhige Atmung. Inzwischen ist sie beschwerdefrei und wieder zuhause bei Ihren Besitzern. Wir wünschen Ihr auch für die Zukunft alles Gute!

Juni 2016Mini:
Erfolgreiche Therapie einer schwerkranken Patientin

Die 4-jährige Bullterrierhündin „Mini“ wurde wegen starker Nierenwertveränderungen und einem schlechten Allgemeinzustand in die Tierklinik Kelheim eingeliefert. In der Tierklinik wurde festgestellt, dass „Mini“ außerdem Untertemperatur und starke Bauchschmerzen hatte und eine schlechte Kreislaufsituation vorlag. Deshalb wurde in unterschiedliche Richtungen weiter ermittelt. In der Blutuntersuchung fielen eine frische Entzündungsreaktion, Elektrolytabweichungen und ein erhöhter Nierenwert auf. Weitere infektiöse und hormonell bedingte Erkrankungen konnten ausgeschlossen werden. Als zusätzliches Symptom fiel wiederholtes Erbrechen auf und es wurden sowohl Röntgenaufnahmen des Bauchraumes angefertigt, als auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. „Minis“ Magen war sehr stark erweitert und mit Flüssigkeit und Gas gefüllt. Der Verdacht auf das Vorliegen eines Passage-Hindernisses im Magen-Darm-Trakt erhärtete sich und „Mini“ musste operiert werden. Aus dem Dünndarm konnte die Chirurgin ein Holzstück entfernen, das den Darm vollständig verlegt hatte. Nach der Operation entwickelte „Mini“ Herzrhythmusstörungen und musste ein Medikament dagegen bekommen. Dann aber besserte sich ihr Allgemeinzustand zusehends und „Mini“ konnte vorsichtig mit spezieller Schonkost wieder angefüttert werden. Sie zeigte kein Erbrechen mehr und war deutlich munterer. Wenn sie sich weiter so gut entwickelt, kann Sie demnächst aus der stationären Behandlung entlassen werden und zuhause wieder ihr ganz normales Hundeleben führen. Wir wünschen „Mini“ weiterhin alles Gute!

Juli 2016Fiona:
Aufmerksame Besitzerin und Tierklinik retten Hündin das Leben

Die kleine Mischlingshündin „Fiona“ kam aus dem Ausland und war seit drei Monaten in Deutschland. Bei Ihrer neuen Besitzerin hatte sie sich schon gut eingelebt und alle notwendigen Untersuchungen und Impfungen erhalten. Die muntere Hündin hatte sich eine kleine Verletzung am rechten Augenlid zugezogen und wurde deshalb umgehend in der Tierklinik vorgestellt und behandelt. Die aufmerksame Besitzerin erwähnte, dass „Fiona“ morgens schlechter frisst und immer recht laute Magen-Darm-Geräusche zeigte. Die behandelnde Tierärztin konnte durch eine gründliche Untersuchung des Bauchraumes sogleich einen beunruhigenden Befund erheben: im Bauchraum der erst 1,5 Jahre alten Hündin war eine 5x2cm große, zylinderförmige, derbe Umfangsvermehrung zu ertasten. Die Hündin musste operiert werden! Als der Bauchraum eröffnet war konnten zunächst massive Verklebungen zwischen verschiedenen Organen dargestellt werden. Die Ursache dafür war eine Gazekompresse, welche im Rahmen der Kastration im Herkunftsland im Bauch der Hündin verblieben war. Da der Darm stark in Mitleidenschaft gezogen war, mussten sogar ein Stück Dünndarm entfernt und die Darmenden neu vernäht werden. Aktuell wird „Fiona“ noch auf der Station der Tierklinik intensiv betreut und es geht ihr mit jedem Tag besser, ihre Entlassung ist schon geplant!


August 2016Kitty:
Autounfall mit weitreichenden Konsequenzen

Die 4-jährige Kätzin „Kitty“ wurde in die Tierklinik Kelheim eingeliefert, nachdem sie einen Autounfall erlitten hatte. Seit dem Unfall war ihr Kreislaufzustand schlecht und sie konnte nicht mehr selbst aufstehen. In der Tierklinik wurde zunächst der Kreislauf von „Kitty“ stabilisiert, sie wurde aufgewärmt und mit starken Schmerzmitteln versorgt. Bald war sie wieder stehfähig, konnte allerdings das rechte Hinterbein nicht benutzen. Das Bein war gelähmt, geschwollen und kühler als der restliche Körper, die Muskeln waren verhärtet und es war kein Puls zu fühlen. In der Laboruntersuchung fiel außerdem auf, dass ein Leberwert stark erhöht war. Es wurde der Verdacht auf eine traumatisch bedingte Thrombose und Lähmung der Hintergliedmaße gestellt. „Kitty“ wurde auf der Intensivstation der Klinik überwacht, erhielt Flüssigkeit über einen Venenzugang und verschiedene Medikamente, um die Durchblutung im rechten Hinterbein wieder herzustellen. Leider trat trotz der intensiven Therapie keine Besserung der Lähmung ein. „Kitty“ hatte kein Schmerzempfinden in dem betroffenen Bein, die Schwellung der Gliedmaße ging nicht zurück. Schweren Herzens musste die Entscheidung zur Amputation der Hintergliedmaße gefällt werden, um der Katze ein schmerzfreies Weiterleben zu ermöglichen. Die Operation wurde zeitnah durchgeführt. Sie verlief komplikationslos, die Katze verkraftete auch die Narkose gut und die Wunde entwickelt sich zufriedenstellend. „Kitty“ kommt mit der neuen Situation gut zurecht und die Besitzer freuen sich, die Katze demnächst wieder zuhause begrüßen zu können!

September 2016Lilly:
Die starke Lilly

Die Mischlingshündin „Lilly“ wurde vorgestellt, weil sie seit mehreren Tagen krank war. Den Besitzern waren vor allem wiederholtes Erbrechen und starke Bauchschmerzen aufgefallen. In der Tierklinik wurden sofort die notwendigen Untersuchungen eingeleitet. Es stellte sich heraus, dass „Lilly“ eine akute Niereninsuffizienz hatte. Zusätzlich waren verschiedene Leberwerte erhöht, es lagen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und freie Flüssigkeit im Brustkorb und im Bauchraum vor. Unterschiedliche Ursachen kamen für die schwere Erkrankung in Frage. Neben einer infektiösen Ursache standen verschiedene Leber- und Nierenerkrankungen oder eine Vergiftung im Raum. Anhand der Blutuntersuchung ließ sich das Rätsel lösen: Die Hündin hatte einen hohen Antikörperwert gegen Leptospiren. Dies sind Bakterien, die über Kontakt mit Harn oder Blut von infizierten Tieren, über kontaminiertes Wasser oder lebende Vektoren wie beispielsweise Mäuse, Igel und Insekten übertragen werden. Kontaminiertes Wasser stellt vor allem im Sommer eine wichtige Infektionsquelle dar. Die Bakterien dringen dann durch Hautverletzungen oder über Schleimhäute in den Körper ein. Im Anschluss breiten sie sich über den Blutkreislauf im Organismus aus und infizieren Niere und Leber. „Lilly“ wurde stationär aufgenommen und konnte trotz der massiven Befunde erfolgreich therapiert werden. Der Röntgenbefund der Lunge normalisierte sich, die Nierenwerte sanken. Die Besitzer konnten erste kurze Spaziergänge machen. Zunächst war „Lilly“ noch sehr wackelig auf den Beinen, dann wurde sie immer fitter und konnte schließlich zu Ihren Besitzern nach Hause entlassen werden.

Oktober 2016Nala:
Nala und ihr Kampf ums Überleben

Die Mischlingshündin „Nala“ wurde in die Tierklinik Kelheim gebracht, weil sie seit ein paar Tagen matt und inappetent war und bereits zwei Kilogramm Körpergewicht abgenommen hatte. Aufgrund der unspezifischen Symptome kamen viele mögliche Ursachen in Frage. Mithilfe der eingeleiteten Laboruntersuchungen und anhand eines speziellen Bluttests konnte eine relativ seltene, akute und potentiell lebensbedrohliche Addison-Krise festgestellt werden. Diese Erkrankung geht von einer gestörten Funktion der Nebennieren aus. Die Nebennieren sind zwei kleine Organe, die in der Nähe der Nieren liegen. Sie produzieren zwei Substanzen, die absolut überlebensnotwendig sind: Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Häufig ist die Ursache für die Addison-Erkrankung autoimmun bedingt, das bedeutet dass der Körper selbst diese Organe zerstört. „Nala“ erhielt sofort verschiedene Medikamente, um die vorhandenen Stoffwechsel- und Elektrolytveränderungen wieder in den Griff zu bekommen. Im Anschluss wurde ihre Langzeittherapie begonnen. Diese wird die Hündin nun für Ihr restliches Leben benötigen. Sie verläuft bei fast allen Tieren erfolgreich. Der Patientin geht es aktuell wieder sehr gut, sie ist wie ausgewechselt, spielt und tobt. „Nala“ und ihre Besitzerin sind mit diesem tollen Ergebnis sehr zufrieden.

November 2016Schwafler:
Schwafler's schwerer Autounfall

Der liebe und verschmuste Kater Schwafler hatte einen schweren Autounfall. Es lagen mehrere Frakturen des Beckens und des Kiefers sowie eine Augenverletzung vor. Es war klar, dass der kleine Kerl mehrere Operationen hinter sich bringen musste, um wieder ein normales Leben führen zu können. Die Lage war schwierig, da Schwafler zwei Familien hatte. Schwafler ist von seinen ehemaligen Besitzern zu den Nachbarn abgewandert. Zum Glück übernahmen diese die Kosten und den enormen Aufwand. So konnten wir unsere Arbeit voll aufnehmen und den kleinen Mann in über einem Monat intensiver Betreuung, mehreren Operationen und mit viel Liebe wieder aufpäppeln. Und obwohl es zwischenzeitlich schlecht um ihn stand, gaben weder seine heutigen, neuen Besitzer noch das Team der Tierklinik Kelheim auf. Schwafler bekam eine Magensonde, um täglich trotz der Kieferfrakturen gefüttert werden zu können. Der Beckenbruch wurde operiert und der Kiefer mehrfach in Etappen rekonstruiert. Seine Augenverletzung wurde mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Seine neuen Besitzer nahmen ihn zwischen den längeren Klinikaufenthalten immer wieder mit nach Hause und pflegten ihn liebevoll mit großer Ausdauer weiter. Dazu gehörten das tägliche Füttern per Hand, das Wechseln der Einlagen und die Verabreichung der zahlreichen Medikamente. Heute geht es Schwafler wieder deutlich besser. Seine Brüche sind verheilt, die Augen sehen wieder die Schönheit der Welt und er hat wundervolle Besitzer gefunden. Wir freuen uns für ihn und wünschen ihm weiter gute Besserung, damit auch die letzten kleinen Zipperlein vergehen.

Dezember 2016Basko:
Basko - Glück im Unglück

Am 31.12.2016 brachte uns die Polizei einen großen Münsterländer, der auf der Autobahn von einem Auto erfasst worden war. Es stellte sich heraus, dass Basko auf der Jagd ein Wildschwein verfolgt hatte. Von seinem natürlichen Jagdtrieb angestachelt überquerte er dabei die Autobahn. Als der verletzte Rüde in der Klinik ankam, blutete er stark aus Nase und Fang, er konnte nicht laufen und wurde umgehend mit Notfallmedikamenten versorgt. Sofort wurden Röntgenaufnahmen angefertigt und der Blutverlust durch Bluttransfusionen ausgeglichen. Elle und Speiche des rechten Vorderlaufes waren gebrochen, sowie die Mittelfußknochen des linken Vorderlaufes. Er hatte ein Schädel-Hirntrauma erlitten. Durch das schnelle und geübte Eingreifen des Teams konnten die Blutungen gestoppt und der Kreislauf des Hundes stabilisiert werden. In der Nacht war Basko bereits wieder einigermaßen ansprechbar. Er unternahm seine ersten Versuche sich aufzurichten und atmete wieder ruhig. Auch sein Besitzer meldete sich kurz nach der Einlieferung bei uns. Er hatte bereits fieberhaft seinen treuen Freund gesucht und konnte ihn über die Kollegen der Polizei ausfindig machen. Als Basko stabil war, konnten auch die mehrfachen Knochenbrüche chirurgisch versorgt werden. Es wird noch einige Zeit dauern, bis er wieder einer Fährte hinterher schnüffeln kann, aber er ist auf einem guten Weg. Wir bedanken uns bei den Kollegen der Polizei für das schnelle Bringen, dass diesem Hund das Leben gerettet hat und wünschen Basko gute Besserung.

Januar 2017Maxl:
Kein guter Start ins neue Jahr

Immer wieder zu Silvester kommen Tiere mit Feuerwerkskörpern und dem darin enthaltenen Schwarzpulver in Berührung. Aber auch das restliche Jahr über können bspw. Patronenhülsen gefährliche Spielzeuge oder Zufallsfunde für Kleintiere darstellen. Die schlimmen Folgen einer solchen Zusammenkunft hat auch der Mischlingsrüde Maxl erlebt. Schwarzpulver enthält als Hauptbestandteil Kaliumnitrat, dieses reizt und verätzt Schleimhäute, egal ob im Mund, den Augen oder dem Magen-Darmtrakt. Zudem führt es zur Oxidation des Eisen-II des Hämoglobins zu Eisen-III (Methämoglobin) in den Erythrozyten. Dadurch können die Erythrozyten zwar Sauerstoff in der Lunge aufnehmen, aber nicht mehr in die Zellen abgeben. Es kommt im Extremfall zum inneren Ersticken. Im Vorstadium kommt es durch den Sauerstoffmangel zur Ausprägung einer respiratorischen Azidose (Verschiebung des normalen pH-Wertes des Körpers in das saure Milieu). Wichtige Enzyme des Körpers können unter den sauren Bedingungen nicht mehr korrekt arbeiten. Zum Glück kam Maxl rechtzeitig zu uns in die Tierklinik. Er litt bereits unter Apathie, Erbrechen und blutigem Durchfall. Seine Zunge war geschwollen und er war im Bauchbereich schmerzhaft. Er bekam zur Reduktion des Methämoglobins Ringerlaktat und Vitamin C. Natürlich nahmen wir ihm auch seine Schmerzen durch entsprechende Medikamente. Damit sich an den geschädigten Schleimhäuten keine Infektionen einnisten, behandelten wir ihn mit einem Antibiotikum. Die nächsten Tage bekam er eine Schonkost, um wieder auf die Beine zu kommen. Die Behandlungen schlugen sehr gut an, sodass wir Maxl bereits am nächsten Tag seinen Besitzern mitgeben konnten. Wir freuen uns, dass es ihm wieder super geht.

Februar 2017Hayal:
Gefährliche Haargummis

Viele Katzen spielen mit Alltagsgegenständen. Häufiger als gedacht werden dabei auch Kleinteile, Schnüre oder Ähnliches gefressen. Häufig bleibt das Verschwinden unbemerkt und die Tiere scheiden die Fremdkörper mit dem Kot aus, aber in manchen Fällen brauchen die kleinen Fellnasen professionelle Hilfe, um sich von Plastikteilen, Schnürsenkeln und Co. zu befreien. Die junge Kätzin Hayal kam am 05.02.2017 mit Inappetenz und dem Verdacht einen Haargummi gegessen zu haben zu uns in die Klinik. Beim Durchtasten des Magens war eine Art Umfangsvermehrung zu spüren, wie es für die Ansammlung von Futterbrei typisch ist, wenn die Passage zum Darm verstopft ist. Ein Versuch Hayal zum Erbrechen des vermeintlichen Haargummis zu bringen, scheiterte. Sie erbrach zwar ihre letzte Mahlzeit, aber ohne Haargummi. Auch konnte der Gummi nicht mit Hilfe einer Malzpaste durchgängig gemacht werden. Zudem ergab die Röntgenuntersuchung keinen einzelnen, abgegrenzten Fremdkörper im Magen, da der Zopfgummi ohne Metallverschluss war. So entschied sich das Ärzteteam zu einer Probelaparotomie, also dem chirurgischem Eröffnen der Bauchhöhle, um nach einem Fremdkörper zu suchen. Was sie fanden war nicht ein Haargummi sondern 13 Haargummis, die schon seit längerem dem Kätzchen sprichwörtlich auf den Magen geschlagen hatten. Selbstverständlich wurden alle Fremdkörper entfernt und kurz nach der Operation konnte bereits mit dem Anfüttern per Hand begonnen werden. Heute frisst Hayal wieder mit Appetit und ihre fürsorgliche Besitzerin hat alle Haargummis aus der Reichweite ihrer verspielten Katzen verbannt. Wir sind sehr froh über Hayals Genesung und wünschen ihr, ihren Mitkatzen und natürlich ihrer Besitzerin alles Gute.

März 2017Lilli:
Ein Knochenjob

Früher mussten sich die Hofhunde von Küchen- und Speiseabfällen oder dem, was bei der Jagd über war, ernähren. Allerdings war ihr Stellenwert in der Gesellschaft auch deutlich unter dem heutigen. Es gab für sie meist keine veterinärmedizinische Betreuung und der Hofhund war schnell ersetzt, wenn er jung an den Folgen der schlechten Ernährung oder anderer Leiden starb. Vielleicht stammt die Überzeugung vieler Hundebesitzer, dass das Verfüttern von Markknochen etwas Gutes sei, aus dieser Zeit. Dieser Brauch ist immer noch lebendig. Die Folgen davon spürte die junge Hündin Lilli Anfang März. Sie hatte einen Markknochen als Leckerchen bekommen, der sich um ihren Unterkiefer spannte und sich verkeilte. Ihre besorgten Besitzer wandten sich an einen unserer Kollegen, der die liebe Hündin zu uns überwies. Unter Sedation flexten wir den Knochen an zwei Stellen durch und befreiten Lilli von ihrem Leid. Dies sind nicht die einzigen Folgen, die ein Markknochen mit sich bringen kann. Häufig genug werden die schmackhaften Knochen gierig im Ganzen verschlungen. Dadurch kann es zu einer Darmverlegung kommen, die ohne chirurgischen Eingriff auch tödlich enden kann. Ein anderes Problem stellt die Bildung des sogenannten Steinkotes dar. Dabei wird bei der Verdauung dem entstehenden Kot übermäßig viel Wasser entzogen, sodass der Stuhl extrem hart wird. Wenn das Tier noch in der Lage ist, den Kot ohne Fremdhilfe abzusetzen, so ist dieser Vorgang sehr schmerzhaft. Meist kommt es jedoch zu einer Koprostase (Verstopfung). Als Therapiemaßnahmen dient das manuelle Ausräumen des Darmes durch die Tierärztin zusammen mit entsprechenden Einläufen. Die Prozedur ist den Hunden sehr unangenehm und wird deshalb oft nur unter Sedation durchgeführt. Im schlimmsten Falle hilft nur ein chirurgischer Eingriff mit allen seinen Risiken und Kosten. Es muss vor allem bedacht werden, dass jede vermeidbare Sedation eine unnötige Belastung für das Kreislaufsystem des Tieres darstellt. Hunde brauchen keine Markknochen für ihre Ernährung. In ihnen sind kaum Nährstoffe enthalten und es resultieren mehr Risiken als alles Andere aus ihnen. Lilli jedenfalls wird wohl ihren letzten Markknochen erhalten haben. Wir möchten uns nochmals bei unserem Überweisenden Tierarzt für sein Vertrauen in uns bedanken und wünschen Lilli sowie ihren Besitzern einen schönen, gemeinsamen Frühlingsstart.

Juli 2017Lilly:
Eine Gebärmutter-Entfernung

Kaninchen unterscheiden sich in ihrer Sexualität sehr von vielen anderen typischen Klinikbesuchern. Sie sind das gesamte Jahr hindurch fruchtbar, das heißt, dass unabhängig von der Jahreszeit bei jedem Aufspringen des Rammlers das Weibchen erfolgreich aufnimmt und tragend wird. In Gefangenschaft werden meist die männlichen Kaninchen kastriert, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Der Eingriff ist bei ihnen billiger und unkomplizierter als bei den Kaninchendamen. Die Weibchen werden entsprechend ihr Leben lang nicht belegt, sind aber dauerhaft hormonell aktiv, was zu Zysten an den Eierstöcken, Verwachsungen und Entzündungsprozessen in der Gebärmutter (Endometritis) führen kann. Dabei passiert es, dass sich in der Gebärmutter sekretartige Flüssigkeit (Hydrometra), Blut (Hämometra) oder Eiter (Pyometra) ansammelt und im schlimmsten Fall die Gebärmutter zum Platzen bringt, was unweigerlich mit dem Tod des Tieres endet. Die einzige Prophylaxe ist die Kastration der Zibben (weibliche Kaninchen). Lilly war eine unkastrierte, ca. drei Jahre alte Kaninchendame. Sie kam Anfang Juli zu uns in die Klinik, weil ihr Bauch innerhalb weniger Tage anschwoll. Sie wird artgerecht in der Gruppe gehalten, weshalb es schwer zu sagen war, ob sie Kot und Urin normal absetzen konnte. Die Besitzerin wusste aber, dass sie noch fraß, was gegen eine Aufblähung sprach. Die Ärztin stellte bereits durch die allgemeine Untersuchung fest, dass Lilly Fieber hatte. In der Röntgenaufnahme sahen wir Flüssigkeit im Bauchraum (Abdomen). Nach Besprechung mit unserer Chirurgin waren alle sehr sicher, dass es sich um eine Flüssigkeitsansammlung in der Gebärmutter handelte. Gleich am nächsten Tag wurde die Gebärmutter entfernt, die beachtliche 1090 g wog und damit knapp die Hälfte des Körpergewichtes des Zwergkaninchens ausmachte. Anschließend blieb Lilly noch kurze Zeit auf Station zur Überwachung, fraß aber von Beginn an ganz brav und durfte von daher bald nach Hause.

Oktober 2017Molly:
Bandscheibenvorfall

Mitte September kam die circa sechsjährige Schäferhund-Labrador-Mischlingshündin Molly mit schwerwiegenden Beschwerden zu uns. Sie hatte bereits seit einigen Tagen Schmerzen beim Gehen, konnte nun aber gar nicht mehr aufstehen, geschweige denn laufen. Bei der klinischen Untersuchung zeigte sie sich schmerzhaft im Lendenwirbelbereich und hatte hochgradige neurologische Ausfälle. Der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall lag nahe. Die Kosten zur weiterführenden diagnostischen Abklärung und Behandlung (CT, MRT) waren für die besorgten Besitzer nicht zu tragen. Auf die reguläre konservative Therapie sprach Molly zunächst nicht an und ihr Zustand verschlechterte sich sogar ein wenig. Sie konnte zu Beginn keinen Kot und Urin absetzen. In den Hintergliedmaßen fehlte der Reflex zur Lagekorrektur der Pfoten (Propriozeption). Auf Grund der immensen körperlichen Einschränkungen und Schmerzen stand sogar kurzfristig die Frage im Raum, ob es für Molly nicht besser wäre, sie einzuschläfern. Wir entschieden uns, alle verfügbaren Mittel auszuschöpfen und zusätzlich einen Therapieversuch mit hoch dosierten Kortikoiden zu beginnen. Kurz darauf stellte sich eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit ein. Nach anfänglicher Unterstützung beim Laufen durch die Tiermedizinischen Fachangestellten, konnte Molly bald alleine gehen. Inzwischen konnte das Medikament abgesetzt werden und Molly durfte nach Hause entlassen werden. Ihre Besitzer üben mit ihr fleißig in der Physiotherapie, um einen erneuten Vorfall zu verhindern. Wie bei uns Menschen sind auch Hunde vor Bandscheibenschädigungen nicht gefeit. Zudem gibt es spezielle Rassedispositionen bei Hunden mit besonders langem Rücken und verhältnismäßig kurzen Beinen. Aber auch bestimmte Bewegungen und Überlastungen können Bandscheibenvorfälle verursachen. Wichtig für die Gesunderhaltung des Rückens sind regelmäßige, aber schonende Bewegung, ein gesundes Gewicht und ein gleichmäßiges, langsames Wachstum im Welpenalter. Wir wünschen Molly und ihrer Familie alles Gute und einen schönen Herbst mit hoffentlich vielen Sonnentagen.